Museumswelt - museale Einblicke in die Welt der Kunst und Museen
Der Museumswelt-Blog gewährt museale Einblicke in die Welt der Kunst und Museen und informiert über aktuelle Ausstellungen.
Aufgabe der Kunst ist es, Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens und der Zeit zu finden.
»Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.« Schiller
Schwerpunkte dieses Museums-Blogs sind Kunst, Malerei, Museen und Ausstellungen.
Das Gemälde »Der Sommer« von Pieter Bruegel d. Ä. entstand im Jahr 1568.
Pieter Bruegel der Ältere ist der bedeutendste niederländische Zeichner des 16. Jahrhunderts. In einer Epoche der politischen, sozialen und religiösen Umbrüche entwirft Bruegel eine komplexe Bildwelt: Humorvoll und volksnah, scharfsinnig und zutiefst kritisch reflektiert er die gesellschaftlichen Verhältnisse und thematisiert die Tragik und Größe, die Lächerlichkeit und Schwäche des Menschseins.
Pieter Bruegel der Ältere (ca. 1525-1530-1569) gilt als der bedeutendste Künstler der niederländischen und flämischen Renaissancemalerei. Er ist bekannt für seine Landschaften und Szenen aus dem bäuerlichen Alltag. Er beherrschte bekanntlich die Technik, sowohl Landschaften als auch Bauern zum Thema seiner Gemälde zu machen. Bruegel, der im heutigen Nordbrabant in den Niederlanden geboren wurde, hatte einen starken Einfluss auf die niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters und war einer der ersten Künstler, der aus einer Zeit hervorging, in der religiöse Figuren nicht mehr das Hauptthema der Malerei waren.
Das Museum Oskar Reinhart befindet sich in einem Gebäude des 19. Jahrhunderts, das vom Zürcher Architekten Leonhard Zeugheer (1812–1866) von 1838 bis 1842 im Stile der Neorenaissance als Knabenschule der Stadt Winterthur erbaut worden ist.
Das Museum ist die Heimat des um 1818 entstanden Gemäldes "Kreidefelsen auf Rügen" von Caspar David Friedrich. Es zählt zu den wichtigsten Werken der Romantik.
1906 sah Oskar Reinhart in Berlin die von Hugo von Tschudi, Alfred Lichtwark und Julius Meier-Graefe organisierte Jahrhundertausstellung deutscher Kunst von 1775 bis 1875. Diese Ausstellung prägte die Sammlertätigkeit Reinharts, sodass er selbst eine bedeutende Sammlung deutscher, österreichischer und schweizerischer Kunst des 19. Jahrhunderts anlegte.
Das Museum Oskar Reinhart ist ein Kunstmuseum in Winterthur im Schweizer Kanton Zürich. Das Museum Oskar Reinhart befindet sich in einem Gebäude des 19. Jahrhunderts, das vom Zürcher Architekten Leonhard Zeugheer (1812–1866) von 1838 bis 1842 im Stile der Neorenaissance als Knabenschule der Stadt Winterthur erbaut worden ist.
Oskar Reinhart (1885–1965) war einer der bedeutendsten Kunstsammler der Schweiz und Spross einer Winterthurer Handelsdynastie. Oskar Reinhart wuchs in einer wohlhabenden und kunstsinnigen Kaufmannsfamilie in Winterthur auf. Sein Vater Theodor Reinhart unterstützte Künstler wie Ferdinand Hodler, Karl Hofer und Hermann Haller, während sein Bruder Georg europäische und asiatische Kunst sammelte.
1930 kam Reinhart mit der Stadt Winterthur ins Gespräch, um für die Sammlung mit Werken deutschsprachiger Künstler ein geeignetes Museum zu finden. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg konnte jedoch erst 1951 das 1842 erbaute einstige Knabenschulgebäude und spätere Gymnasium als Museum eingeweiht werden. Damit ist es das älteste Sammlermuseum der Schweiz, errichtet nach den Vorbildern der Wallace Collection in London, der Hirschsprung Samling in Kopenhagen und der Frick Collection in New York.
Die zweite Sammlung mit Werken von Gerard David bis Pablo Picasso gelangte nach dem Tod des Sammlers in den Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft und wurde 1970 als Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» im Wohnhaus des Sammlers dem Publikum geöffnet.
Seit 2009 laufen Bemühungen, das von der Stiftung getragene Museum Oskar Reinhart in den Kunstverein Winterthur zu überführen und mit öffentlichen Betriebsmitteln zu alimentieren, was 2016 realisiert worden ist.
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek öffnet ihre Pforten für die »Cranach Bilderfluten«-Ausstellung, in der
Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, dem Jüngeren und ihrer Werkstatt gezeigt werden, die zu den produktivsten der Kunstgeschichte zählt, im Renaissance-Saal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek gezeigt.
Der Ort der Cranach-Dauerausstellung ist der Renaissance-Saal, der nur wenige Jahre nach Cranachs Tod gebaut wurde und den Objekten eine zeitgenössische Umgebung bietet. Der Saal gehört zum ältesten Kern des Gebäudes, das als Renaissanceschloss bis 1569 errichtet wurde. Als Teil eines fürstlichen Wohnsitzes steht dieser Saal in enger Verbindung zu den Ernestinern und den herrschaftlichen Räumen dieser Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft: die Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul mit dem imposanten Altarretabel von Lucas Cranach dem Jüngeren sowie das Residenzschloss.
Rund 40 Exponate sind nun im Renaissance-Saal zu sehen: Gemälde, Buchgrafiken, Zeichnungen, Medaillen. Alle paar Monate sollen künftig einzelne Stücke ausgewechselt werden, um diese Sammlung von Weltrang in ihrer ganzen Vielfalt zu präsentieren. Zwischen den Objekten stehen Medienstationen – unter anderem ein großer Bildschirm, auf dem Fotografien aus unserer heutigen Welt durchlaufen. So wird etwa ein Bild von zwei Wrestlern gezeigt, die miteinander kämpfen: "Wir sehen dunkle Hautfarbe, verschwitzte Körper, muskelbepackt", so Dohe, "und wir sehen auf der gleichen Sichtachse ein ganz ähnliches Bild von Cranach: Männer mit muskelbepackten Körpern, die sich mit hoher Gewalt tatsächlich zu Tode prügeln."
Die Werkstatt ist eine der produktivsten der Kunstgeschichte.
Cranachs berühmte Werkstatt stellte zu Luthers Zeiten viele tausend Bilder kollektiv her, mehr als jemals zuvor durch einen Künstler. Kein Medium, das Cranach nicht beherrschte, und jedes ist in der Ausstellung vertreten – Gemälde ebenso wie Grafiken, illustrierte Bücher ebenso wie Medaillen – für Cranachs Zeitgenossen eine überwältigende und nie gekannte Bilderflut.
1964 entstand der berühmte Siebdruck »Shot Sage Blue Marilyn« von Andy Warhol.
Der Siebdruck zeigt die Schauspielerin mit rosa Gesicht, rubinroten Lippen, gelbem Haar und blauem Lidschatten vor einem hellblauen Hintergrund.
Das Portrait-Bild hat seinen Namen wegen eines tragischen Missverständnisses in Warhols Atelier im Jahr 1964.
Damals hatte die Künstlerin Dorothy Podber gefragt, ob sie Warhols Bilder "schießen" dürfe.
Hieronymus Bosch war ein phantastischer Maler der Spätgotik und frühen Renaissance. Seine Werke sind Ausdruck der Groteske und des Absurden. Gegenstand seiner Malerei sind die Hölle und das Infernalische - eine Malerei zwischen Himmel und Hölle. Er hat ein bis heute faszinierendes und nachwirkendes Gesamtwerk hinterlassen, das sich in der Interpretation jeder einfachen Deutung entzieht.
Die Malerei der Spätgotik und frühen Renaissance fand eher Gefallen am Realismus und der Anmut, Bosch hingegen ließ eine groteske Höllenbrut auf den Betrachter los: abscheuliche Hybridwesen aus Mensch und Tier, bucklige Dämonen, Kreaturen mit Vogelleibern und Brillen, seltsame Baummenschen und andere bizarre Gestalten, für die Bosch, wie man heute weiß, kaum auf Vorbilder aus der Mythologie hatte zurückgreifen können.
Sie alle werden losgelassen auf Menschen, die freudlose Orgien in einer Albtraumkulisse feiern. Und doch war Bosch zu seiner Zeit ein angesehener Künstler und hatte Bewunderer in höchsten Kreisen. Philipp der Schöne etwa oder Margarete von Parma, Regentin der Niederlande, waren offenkundig von dieser einzigartigen Bildwelt fasziniert. Seine Gemälde wurden schließlich so häufig kopiert und imitiert, dass die Zahl der Kopien die der Werke, die Bosch tatsächlich zuzuordnen sind, um ein Vielfaches übersteigt.
Im niederländischen sHertogenbosch lebte und arbeitete der Künstler – dort wird nun, 510 Jahre nach seinem Todestag, die bisher größte und wichtigste Ausstellung im Noordbrabants Museum im niederländischen 's-Hertogenbosch präsentiert. Gleich zu Beginn des 500. Todesjahres wartet die niederländische Stadt s'Hertogenbosch mit einer Sonderausstellugn auf. Die niederländische Stadt s'Hertogenbosch kann sich 500 Jahre nach dem Tod ihres berühmten Sohns über eine spektakuläre Ausstellung freuen. Keines der dort gezeigten Werke - es geht um 20 Gemälde und 19 Zeichnungen - hängt normalerweise in 's-Hertogenbosch, sondern in den berühmtesten Museen der Welt, darunter der Prado, das Kunsthistorische Museum in Wien, der Louvre und das Metropolitan Museum of Art.
Die Werke des Hieronymus Bosch sind bevölkert von seltsamen Wesen, von fantastischen Höllenkreaturen - halb Mensch, halb Tier - von paradiesischen Nackten. Vor 510 Jahren starb er in den Niederlanden. Nun kehren zahlreiche Bosch-Werke zu einer Sonderausstellung an ihren Entstehungsort s'Hertogenbosch zurück. Es ist die bisher größte, spektakulärste Bosch-Ausstellung aller Zeiten. "Hieronymus Bosch - Visionen eines Genies" im "Het Noordbrabants Museum" in 's-Hertogenbosch vor zehn Jahren vom 13. Februar bis zum 08. Mai 2016.
Vor 10 Jahren fand in der Albertina Wien die Ausstellung »Welten der Romantik« statt. Für die Dauer der Ausstellung war Wien wieder die Hauptstadt der Romantik.
Romantik-Ausstellungen in Museen stoßen immer auf großes Interesse und lassen die Besucher dankbar und wie von selbst in die Museen strömen. Die Romantik fasziniert das Publikum nach wie vor mit ihren traumvergessenen Sujets: den Schluchten und Ruinen, luziden Minen und extrem schlanken Architektur. Doch „Welten der Romantik“ will nicht überwältigen, sondern ist didaktisch aufgebaut. Mit dem Mittel der Bilder zeigt sie, auf wie vielen thematisch auseinanderdriftenden Flüssen die künstlerische Strömung durch das 19. Jahrhundert führt.
Der reinen Vernunft traute man nicht länger. Lieber begrüßte man Geister wie den Erlkönig und andere Sagengestalten. Und Gespenster, wie sie zum Auftakt in der Albertina Goyas „Caprichos“ verkörpern. Zusammen mit seinem „Koloss“ von 1810, der lange als Werk des spanischen Meisters galt, nun aber seiner Werkstatt zugeschrieben wird. Ein Gemälde, in dem der Krieg als Riese durch die Landschaften poltert und sie verwüstet.
In Wien, einem der Geburtsorte dieser bedeutenden Strömung, zeigt die Albertina in Wien in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste eine Ausstellung mit rund 160 Werken ihrer wichtigsten Vertreter.
Wie konfessionell das alles geprägt war, gehört zu den Erkenntnissen der Ausstellung, obwohl es nicht im Vordergrund steht.
Doch sie zeigt die Differenzen in den 160 Zeichnungen, Stichen und Gemälden von Peter Cornelius, Friedrich Overbeck, Franz Pforr, Friedrich Wilhelm Schadow oder Karl Friedrich Schinkel. Einiges stammt aus dem Wiener Kupferstichkabinett, das für das Projekt eng mit der Albertina kooperierte. Anderes kommt aus dem Städel in Frankfurt, der Hamburger Kunsthalle oder der bayerischen Gemäldesammlung – von überall also, wo der romantische Gedanke festsaß.
Wie konfessionell das alles geprägt war, gehört zu den Erkenntnissen der Ausstellung, obwohl es nicht im Vordergrund steht.
Die katholische Romantik erschließt sich über den Lukasbund. In Wien waren junge Maler unzufrieden mit der akademischen Lehre, die sie Athleten der Antike zeichnen ließ. Eine Gruppe um Friedrich Overbeck und Franz Pforr scherte aus und vollzog 1809 die erste Abspaltung. Eine Sezession mit Blick zurück, bloß nicht so weit wie ihre Lehrer.
An die Stelle der Griechen trat das Mittelalter mit seinen Mythen, der behaupteten Einheit von Mensch und Natur und seiner religiösen Transzendenz. Auch die Frührenaissance akzeptierte der Lukasbund, dessen Mitglieder zwar überwiegend protestantisch waren.
Mit dem Umzug in ein leer stehendes Kloster im Norden Roms konvertieren jedoch viele von ihnen, die Haare trugen sie nun lang „alla nazarena“, und die männlichen Akte ihrer Bilder durften zart und empfindsam sein.
Mit einer pointierten Gegenüberstellung der nordischen protestantischen und katholischen Bewegung sowie dem Fokus auf den Beitrag Wiens und Österreichs illustrieren die Welten der Romantik die romantische Suche nach dem Transzendenten in Mensch und Natur.