Samstag, 12. September 2020

Erste eigene Dauerausstellung im Potsdamer Museum Barberini

Ein Mann betrachtet während des Rundgangs zur Eröffnung der neuen Ausstellung «Impressionismus. Die Sammlung Hasso Plattner» im Museum Barberini das Gemälde «Der Strand von Sainte-Adresse» (1906) von Raoul Dufy

Vor einer Woche wurde im Potsdamer Museum Barberini die erste eigene Dauerausstellung: »Impressionismus öffnet. Die Sammlung Hasso Plattner«. In Potsdam werden ab dem 5. September 2020 dauerhaft etwa 100 Werke von Malern des Impressionismus und Nachimpressionismus ausgestellt. Das Kunstmuseum erhält die Bilder als Dauerleihgabe von Museumsgründer Plattner. Mit der Leihgabe führt der Kunstmäzen das Museum seiner eigentlichen Bestimmung zu.


Eröffnung des Museum Barberini Potsdam


Neben so beeindruckenden Bildern wie einem frühen Picasso, Monets flirrendem Getreideschober oder seinem Blick auf den nächtlichen Hafen von Le Havre, ist die Wahl der Themenräume das Besondere an dieser Ausstellung. Wie schon bei der Monet-Retrospektive ist der empfohlene Rundgang nicht chronologisch aufgebaut, sondern thematisch. Vorbei an "Künstlergärten" mit Monets Seerosen oder üppigen Bauerngärten von Camille Pissarro streifen die Besucherinnen hin zu "Paris und die Peripherie", wo Picasso mit dem "Boulevard de Clichy" von 1901 vertreten ist.

Seine Leidenschaft für die meist sanften Motive der (hauptsächlich) französischen Impressionisten komme, so der 76-Jährige, auch daher, dass die Gemälde den Betrachter unmittelbar miteinbeziehen: "Wir spüren den Wind auf der Haut und die Temperatur des Wassers, wenn wir Monets Segelbooten auf der Seine zusehen. Das schafft keine andere Kunst. Die Impressionisten sind Kommunikationsgenies."

20 Jahre lang sammelte der SAP-Mitbegründer und Kunst-Mäzen Bilder von Impressionisten - ohne Berater, wie Museumsdirektorin Ortrud Westheider betont: "Ich kenne keine andere Sammlung dieses Umfangs und dieser Qualität, die von einem einzigen Privatmann zusammengestellt wurde." Vor dreieinhalb Jahren sei das Museum "für diesen Moment gebaut worden".

Bislang besaß das Barberini keine eigene Sammlung. Das ändert sich nun mit Plattners 103 Gemälden. Damit verfolge er ein klares Ziel, erklärt Westheider: "Er wollte diese Sammlung in die neuen Länder bringen, um die Risse und Wunden zu heilen, die durch zwei Diktaturen hier entstanden sind. Es ist auch ein Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft, denn die Bilder in ihrer Zeit waren im kaiserlichen Deutschland weniger gut gelitten."

Weblink:

"Das Museum wurde für diesen Moment gebaut" - www.rbb24.de/kultur

Museum Barberini | Kunstmuseum in Potsdam - www.museum-barberini.com

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