Samstag, 4. Juli 2026

Museum Oskar Reinhart in Winterthur



Das Museum Oskar Reinhart ist ein Kunstmuseum in Winterthur im Schweizer Kanton Zürich. Das Museum Oskar Reinhart befindet sich in einem Gebäude des 19. Jahrhunderts, das vom Zürcher Architekten Leonhard Zeugheer (1812–1866) von 1838 bis 1842 im Stile der Neorenaissance als Knabenschule der Stadt Winterthur erbaut worden ist.

Oskar Reinhart (1885–1965) war einer der bedeutendsten Kunstsammler der Schweiz und Spross einer Winterthurer Handelsdynastie. Oskar Reinhart wuchs in einer wohlhabenden und kunstsinnigen Kaufmannsfamilie in Winterthur auf. Sein Vater Theodor Reinhart unterstützte Künstler wie Ferdinand Hodler, Karl Hofer und Hermann Haller, während sein Bruder Georg europäische und asiatische Kunst sammelte.

1930 kam Reinhart mit der Stadt Winterthur ins Gespräch, um für die Sammlung mit Werken deutschsprachiger Künstler ein geeignetes Museum zu finden. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg konnte jedoch erst 1951 das 1842 erbaute einstige Knabenschulgebäude und spätere Gymnasium als Museum eingeweiht werden. Damit ist es das älteste Sammlermuseum der Schweiz, errichtet nach den Vorbildern der Wallace Collection in London, der Hirschsprung Samling in Kopenhagen und der Frick Collection in New York.

Die zweite Sammlung mit Werken von Gerard David bis Pablo Picasso gelangte nach dem Tod des Sammlers in den Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft und wurde 1970 als Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» im Wohnhaus des Sammlers dem Publikum geöffnet.

Seit 2009 laufen Bemühungen, das von der Stiftung getragene Museum Oskar Reinhart in den Kunstverein Winterthur zu überführen und mit öffentlichen Betriebsmitteln zu alimentieren, was 2016 realisiert worden ist.

Weblinks:

Ausstellungen: Museum Oskar Reinhart - www.museumoskarreinhart.ch

Der Sammler

Samstag, 20. Juni 2026

»Cranach Bilderfluten«-Ausstellung Weimar

Lukas Cranach


Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek öffnet ihre Pforten für die »Cranach Bilderfluten«-Ausstellung, in der Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, dem Jüngeren und ihrer Werkstatt gezeigt werden, die zu den produktivsten der Kunstgeschichte zählt, im Renaissance-Saal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek gezeigt.

Der Ort der Cranach-Dauerausstellung ist der Renaissance-Saal, der nur wenige Jahre nach Cranachs Tod gebaut wurde und den Objekten eine zeitgenössische Umgebung bietet. Der Saal gehört zum ältesten Kern des Gebäudes, das als Renaissanceschloss bis 1569 errichtet wurde. Als Teil eines fürstlichen Wohnsitzes steht dieser Saal in enger Verbindung zu den Ernestinern und den herrschaftlichen Räumen dieser Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft: die Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul mit dem imposanten Altarretabel von Lucas Cranach dem Jüngeren sowie das Residenzschloss.


Rund 40 Exponate sind nun im Renaissance-Saal zu sehen: Gemälde, Buchgrafiken, Zeichnungen, Medaillen. Alle paar Monate sollen künftig einzelne Stücke ausgewechselt werden, um diese Sammlung von Weltrang in ihrer ganzen Vielfalt zu präsentieren. Zwischen den Objekten stehen Medienstationen – unter anderem ein großer Bildschirm, auf dem Fotografien aus unserer heutigen Welt durchlaufen. So wird etwa ein Bild von zwei Wrestlern gezeigt, die miteinander kämpfen: "Wir sehen dunkle Hautfarbe, verschwitzte Körper, muskelbepackt", so Dohe, "und wir sehen auf der gleichen Sichtachse ein ganz ähnliches Bild von Cranach: Männer mit muskelbepackten Körpern, die sich mit hoher Gewalt tatsächlich zu Tode prügeln."

Die Werkstatt ist eine der produktivsten der Kunstgeschichte. Cranachs berühmte Werkstatt stellte zu Luthers Zeiten viele tausend Bilder kollektiv her, mehr als jemals zuvor durch einen Künstler. Kein Medium, das Cranach nicht beherrschte, und jedes ist in der Ausstellung vertreten – Gemälde ebenso wie Grafiken, illustrierte Bücher ebenso wie Medaillen – für Cranachs Zeitgenossen eine überwältigende und nie gekannte Bilderflut.

Blog-Artikel:

Lucas Cranach der Jüngere - 500. Geburtstag - Kulturwelt-Blog

Montag, 1. Juni 2026

»Shot Sage Blue Marilyn«

Marilyn Monroe
1964 entstand der berühmte Siebdruck »Shot Sage Blue Marilyn« von Andy Warhol. Der Siebdruck zeigt die Schauspielerin mit rosa Gesicht, rubinroten Lippen, gelbem Haar und blauem Lidschatten vor einem hellblauen Hintergrund.

Das Portrait-Bild hat seinen Namen wegen eines tragischen Missverständnisses in Warhols Atelier im Jahr 1964. Damals hatte die Künstlerin Dorothy Podber gefragt, ob sie Warhols Bilder "schießen" dürfe.

Andy Warhol

Andy Warhol verstand, dass sie Fotos schießen wolle. Stattdessen zog Podber einen Revolver und schoss mit echten Kugeln auf vier Bilder der Serie und Warhol musste mitansehen, wie auf seine Bilder geschossen wurde. So wurde auch Marylin Monroe von Podber erschossen. Die Spuren des Vorfalls sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Samstag, 21. Februar 2026

Vor 10 Jahren: Hieronymus Bosch-Ausstellung in s'Hertogenbosch


Hieronymus Bosch war ein phantastischer Maler der Spätgotik und frühen Renaissance. Seine Werke sind Ausdruck der Groteske und des Absurden. Gegenstand seiner Malerei sind die Hölle und das Infernalische - eine Malerei zwischen Himmel und Hölle. Er hat ein bis heute faszinierendes und nachwirkendes Gesamtwerk hinterlassen, das sich in der Interpretation jeder einfachen Deutung entzieht.

Die Malerei der Spätgotik und frühen Renaissance fand eher Gefallen am Realismus und der Anmut, Bosch hingegen ließ eine groteske Höllenbrut auf den Betrachter los: abscheuliche Hybridwesen aus Mensch und Tier, bucklige Dämonen, Kreaturen mit Vogelleibern und Brillen, seltsame Baummenschen und andere bizarre Gestalten, für die Bosch, wie man heute weiß, kaum auf Vorbilder aus der Mythologie hatte zurückgreifen können.

Sie alle werden losgelassen auf Menschen, die freudlose Orgien in einer Albtraumkulisse feiern. Und doch war Bosch zu seiner Zeit ein angesehener Künstler und hatte Bewunderer in höchsten Kreisen. Philipp der Schöne etwa oder Margarete von Parma, Regentin der Niederlande, waren offenkundig von dieser einzigartigen Bildwelt fasziniert. Seine Gemälde wurden schließlich so häufig kopiert und imitiert, dass die Zahl der Kopien die der Werke, die Bosch tatsächlich zuzuordnen sind, um ein Vielfaches übersteigt.

Im niederländischen sHertogenbosch lebte und arbeitete der Künstler – dort wird nun, 510 Jahre nach seinem Todestag, die bisher größte und wichtigste Ausstellung im Noordbrabants Museum im niederländischen 's-Hertogenbosch präsentiert. Gleich zu Beginn des 500. Todesjahres wartet die niederländische Stadt s'Hertogenbosch mit einer Sonderausstellugn auf. Die niederländische Stadt s'Hertogenbosch kann sich 500 Jahre nach dem Tod ihres berühmten Sohns über eine spektakuläre Ausstellung freuen. Keines der dort gezeigten Werke - es geht um 20 Gemälde und 19 Zeichnungen - hängt normalerweise in 's-Hertogenbosch, sondern in den berühmtesten Museen der Welt, darunter der Prado, das Kunsthistorische Museum in Wien, der Louvre und das Metropolitan Museum of Art.

Die Werke des Hieronymus Bosch sind bevölkert von seltsamen Wesen, von fantastischen Höllenkreaturen - halb Mensch, halb Tier - von paradiesischen Nackten. Vor 510 Jahren starb er in den Niederlanden. Nun kehren zahlreiche Bosch-Werke zu einer Sonderausstellung an ihren Entstehungsort s'Hertogenbosch zurück. Es ist die bisher größte, spektakulärste Bosch-Ausstellung aller Zeiten. "Hieronymus Bosch - Visionen eines Genies" im "Het Noordbrabants Museum" in 's-Hertogenbosch vor zehn Jahren vom 13. Februar bis zum 08. Mai 2016.