Samstag, 8. August 2026

Gartenanlage Lenbachhaus

Gartenanlage Lenbachhaus

Die Gartenanlage des Lenbachhauses wurde bereits zu Zeiten von Franz von Lenbach angelegt und gehörte damals wie auch heute zur historischen Villa. Sie wurde von Max Kolb gestaltet und rundet das Gesamtensemble der Villa ab.

Als kleine Oase mitten in der Stadt bietet der Garten am Lenbachhaus eine Möglichkeit zum Entspannen, Sonne genießen und Plaudern. Die vielen Sitzmöglichkeiten laden zu einer kurzen Auszeit während des Museumsbesuchs ein.

Mit seinen prächtigen Gartenanlagen lädt das Lenbachhaus zu einem längerem Aufenthalt ein und schafft den benötigten Raum zur Reflexion der ausgestellten Kunstwerke.

Der Garten ist während der Öffnungszeiten frei und kostenlos zugänglich. Besucher des Gartens benötigen kein Eintrittsticket.

Samstag, 18. Juli 2026

Insel Mainau - die Blumeninsel im Bodensee

Schloss Mainau


Die Insel Mainau ist bekannt für ihr mildes Klima. Bedingt durch das günstige Bodenseeklima wachsen auf dem tropfenförmigen Eiland Palmen und andere mediterrane Pflanzen im Schlosspark. Wegen ihrer überaus reichen subtropischen, teilweise auch tropischen Vegetation wird die Mainau auch als Blumeninsel im Bodensee bezeichnet.

Die Insel gehört zum Stadtteil Litzelstetten-Mainau der Stadt Konstanz und befindet sich seit 1974 im Besitz der von Graf Lennart Bernadotte gegründeten gemeinnützigen „Lennart-Bernadotte-Stiftung“. Die gräfliche Familie ist bis heute wichtiger Teil der Attraktion der Mainau. Die Insel liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.




Herzstück der Blumeninsel ist neben den historischen Gebäuden das von Großherzog Friedrich I. ab 1856 angelegte parkähnliche Arboretum mit seinen 500 verschiedenen Arten von zum Teil seltenen und sehr wertvollen Laub- und Nadelgehölzen.




Im Frühjahr Ende März/Anfang April beginnt auf der Mainau das Blumenjahr im Palmenhaus mit einer großen Orchideenschau. Von Ende März bis Mitte Mai blühen auf der Mainau Tulpen, Narzissen und Hyazinthen. Hierzu wurden im östlichen Teil der Insel an der sogenannten Frühlingsallee parallel zum Weg Tausende von Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthenzwiebeln gepflanzt. Ebenfalls im Frühjahr gedeihen auf der Insel Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Primeln.

Über eine Million Tulpen im Frühjahr, mehr als 1.000 blühende Rosen im Italienischen Rosengarten im Sommer sowie über 12.000 prächtige Dahlien im Herbst: Die Insel Mainau ist zu jeder Jahreszeit ein florales Paradies mitten im Bodensee und das ganze Blumenjahr ein wunderbares Ausflugsziel.

Webseite:

Mainau-Portal - www.mainau.de

»Die Kornernte« Pieter Brueghel der Ältere

Mahlzeit der Schnitter

»Mahlzeit der Schnitter« Pieter Brueghel der Ältere (1565)

»Mahlzeit der Schnitter« - auch »Die Kornernte« genannt - ist ein 1565 entstandenes Gemälde von Pieter Brueghel der Älteren. »Die Kornernte« ist ein Gemälde in Öl auf Holz von Pieter Bruegel dem Älteren. Das 119 × 162 cm große Bild entstand 1565 als eines von sechs Jahreszeitenbildern, von denen fünf erhalten sind. Das Gemälde befindet sich heute im »Metropolitan Museum of Art« in New York.

»Die Kornernte« hat das gleiche Format wie die vier anderen erhaltenen Bilder des Jahreszeiten-Zyklus und wurde wohl für den gleichen Auftraggeber gemalt. Jedes der Gemälde deckt zwei Monate im Jahresverlauf ab. Geht man davon aus, dass »Der düstere Tag« für den Karnevalsmonat Februar und für den März steht und das Frühlingsbild verloren ist, dann repräsentiert »Die Kornernte« den Erntemonat August und den September. Wie die anderen vier Bilder hat »Die Kornernte« eine vorherrschende Farbe oder Farbkombination, nämlich „das Gelb des schnittreifen Getreides.“

Pieter Bruegel der Ältere (ca. 1525-1530-1569) gilt als der bedeutendste Künstler der niederländischen und flämischen Renaissancemalerei. Er ist bekannt für seine Landschaften und Szenen aus dem bäuerlichen Alltag. Er beherrschte bekanntlich die Technik, sowohl Landschaften als auch Bauern zum Thema seiner Gemälde zu machen.

Bruegel, der im heutigen Nordbrabant in den Niederlanden geboren wurde, hatte einen starken Einfluss auf die niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters und war einer der ersten Künstler, der aus einer Zeit hervorging, in der religiöse Figuren nicht mehr das Hauptthema der Malerei waren.

»Sommer in der Normandie« von Auguste Renoir


Das Gemälde »Sommer in der Normandie« des Malers August Renoir (1841 - 1919) entführt den Betrachter in die Stille, die Harmonie eines ungetrübten Sommertages im nördlichen Frankreich und bezaubert den Betrachter mit seiner stimmungsvollen Landschaft.

»Vue de Cagnes« von August Renoir

Auguste Renoir

Um 1892 zeigten sich bei Renoir die ersten Anzeichen von rheumatoider Arthritis. Damals wurde fälschlicherweise Gicht diagnostiziert. Er merkte durch mehrere Kuraufenthalte, dass es ihm im milden Mittelmeerklima besser ging, und zog 1907 dauerhaft nach Les Collettes, einem Landhaus mit großem Garten in Cagnes-sur-Mer bei Nizza.

Das Gemälde »Blick auf Cagnes« (»Vue de Cagnes«) (1903-1919) des Malers August Renoir (1841 - 1919) entführt den Betrachter in die Stille, die Harmonie eines ungetrübten Sommertages im südlichen Frankreich und bezaubert uns mit seiner stimmungsvollen Landschaft.

Mittwoch, 15. Juli 2026

»Der Sommer« von Pieter Bruegel d. Ä.

Der Sommer, 1568 - Pieter Bruegel d. Ä.

Das Gemälde »Der Sommer« von Pieter Bruegel d. Ä. entstand im Jahr 1568.


Pieter Bruegel der Ältere ist der bedeutendste niederländische Zeichner des 16. Jahrhunderts. In einer Epoche der politischen, sozialen und religiösen Umbrüche entwirft Bruegel eine komplexe Bildwelt: Humorvoll und volksnah, scharfsinnig und zutiefst kritisch reflektiert er die gesellschaftlichen Verhältnisse und thematisiert die Tragik und Größe, die Lächerlichkeit und Schwäche des Menschseins.

Pieter Bruegel der Ältere (ca. 1525-1530-1569) gilt als der bedeutendste Künstler der niederländischen und flämischen Renaissancemalerei. Er ist bekannt für seine Landschaften und Szenen aus dem bäuerlichen Alltag. Er beherrschte bekanntlich die Technik, sowohl Landschaften als auch Bauern zum Thema seiner Gemälde zu machen. Bruegel, der im heutigen Nordbrabant in den Niederlanden geboren wurde, hatte einen starken Einfluss auf die niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters und war einer der ersten Künstler, der aus einer Zeit hervorging, in der religiöse Figuren nicht mehr das Hauptthema der Malerei waren.

Samstag, 11. Juli 2026

Museum Oskar Reinhart in Winterthur

Museum Oskar Reinhart und der Stadtpark Winterthur im Winter

Das Museum Oskar Reinhart befindet sich in einem Gebäude des 19. Jahrhunderts, das vom Zürcher Architekten Leonhard Zeugheer (1812–1866) von 1838 bis 1842 im Stile der Neorenaissance als Knabenschule der Stadt Winterthur erbaut worden ist.

Das Museum ist die Heimat des um 1818 entstanden Gemäldes "Kreidefelsen auf Rügen" von Caspar David Friedrich. Es zählt zu den wichtigsten Werken der Romantik.

1906 sah Oskar Reinhart in Berlin die von Hugo von Tschudi, Alfred Lichtwark und Julius Meier-Graefe organisierte Jahrhundertausstellung deutscher Kunst von 1775 bis 1875. Diese Ausstellung prägte die Sammlertätigkeit Reinharts, sodass er selbst eine bedeutende Sammlung deutscher, österreichischer und schweizerischer Kunst des 19. Jahrhunderts anlegte.

Weblink:

Ausstellungen: Museum Oskar Reinhart - www.museumoskarreinhart.ch

Samstag, 4. Juli 2026

Museum Oskar Reinhart in Winterthur



Das Museum Oskar Reinhart ist ein Kunstmuseum in Winterthur im Schweizer Kanton Zürich. Das Museum Oskar Reinhart befindet sich in einem Gebäude des 19. Jahrhunderts, das vom Zürcher Architekten Leonhard Zeugheer (1812–1866) von 1838 bis 1842 im Stile der Neorenaissance als Knabenschule der Stadt Winterthur erbaut worden ist.

Oskar Reinhart (1885–1965) war einer der bedeutendsten Kunstsammler der Schweiz und Spross einer Winterthurer Handelsdynastie. Oskar Reinhart wuchs in einer wohlhabenden und kunstsinnigen Kaufmannsfamilie in Winterthur auf. Sein Vater Theodor Reinhart unterstützte Künstler wie Ferdinand Hodler, Karl Hofer und Hermann Haller, während sein Bruder Georg europäische und asiatische Kunst sammelte.

1930 kam Reinhart mit der Stadt Winterthur ins Gespräch, um für die Sammlung mit Werken deutschsprachiger Künstler ein geeignetes Museum zu finden. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg konnte jedoch erst 1951 das 1842 erbaute einstige Knabenschulgebäude und spätere Gymnasium als Museum eingeweiht werden. Damit ist es das älteste Sammlermuseum der Schweiz, errichtet nach den Vorbildern der Wallace Collection in London, der Hirschsprung Samling in Kopenhagen und der Frick Collection in New York.

Die zweite Sammlung mit Werken von Gerard David bis Pablo Picasso gelangte nach dem Tod des Sammlers in den Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft und wurde 1970 als Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» im Wohnhaus des Sammlers dem Publikum geöffnet.

Seit 2009 laufen Bemühungen, das von der Stiftung getragene Museum Oskar Reinhart in den Kunstverein Winterthur zu überführen und mit öffentlichen Betriebsmitteln zu alimentieren, was 2016 realisiert worden ist.

Weblinks:

Ausstellungen: Museum Oskar Reinhart - www.museumoskarreinhart.ch

Der Sammler

Samstag, 20. Juni 2026

»Cranach Bilderfluten«-Ausstellung Weimar

Lukas Cranach


Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek öffnet ihre Pforten für die »Cranach Bilderfluten«-Ausstellung, in der Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, dem Jüngeren und ihrer Werkstatt gezeigt werden, die zu den produktivsten der Kunstgeschichte zählt, im Renaissance-Saal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek gezeigt.

Der Ort der Cranach-Dauerausstellung ist der Renaissance-Saal, der nur wenige Jahre nach Cranachs Tod gebaut wurde und den Objekten eine zeitgenössische Umgebung bietet. Der Saal gehört zum ältesten Kern des Gebäudes, das als Renaissanceschloss bis 1569 errichtet wurde. Als Teil eines fürstlichen Wohnsitzes steht dieser Saal in enger Verbindung zu den Ernestinern und den herrschaftlichen Räumen dieser Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft: die Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul mit dem imposanten Altarretabel von Lucas Cranach dem Jüngeren sowie das Residenzschloss.


Rund 40 Exponate sind nun im Renaissance-Saal zu sehen: Gemälde, Buchgrafiken, Zeichnungen, Medaillen. Alle paar Monate sollen künftig einzelne Stücke ausgewechselt werden, um diese Sammlung von Weltrang in ihrer ganzen Vielfalt zu präsentieren. Zwischen den Objekten stehen Medienstationen – unter anderem ein großer Bildschirm, auf dem Fotografien aus unserer heutigen Welt durchlaufen. So wird etwa ein Bild von zwei Wrestlern gezeigt, die miteinander kämpfen: "Wir sehen dunkle Hautfarbe, verschwitzte Körper, muskelbepackt", so Dohe, "und wir sehen auf der gleichen Sichtachse ein ganz ähnliches Bild von Cranach: Männer mit muskelbepackten Körpern, die sich mit hoher Gewalt tatsächlich zu Tode prügeln."

Die Werkstatt ist eine der produktivsten der Kunstgeschichte. Cranachs berühmte Werkstatt stellte zu Luthers Zeiten viele tausend Bilder kollektiv her, mehr als jemals zuvor durch einen Künstler. Kein Medium, das Cranach nicht beherrschte, und jedes ist in der Ausstellung vertreten – Gemälde ebenso wie Grafiken, illustrierte Bücher ebenso wie Medaillen – für Cranachs Zeitgenossen eine überwältigende und nie gekannte Bilderflut.

Blog-Artikel:

Lucas Cranach der Jüngere - 500. Geburtstag - Kulturwelt-Blog

Montag, 1. Juni 2026

»Shot Sage Blue Marilyn«

Marilyn Monroe
1964 entstand der berühmte Siebdruck »Shot Sage Blue Marilyn« von Andy Warhol. Der Siebdruck zeigt die Schauspielerin mit rosa Gesicht, rubinroten Lippen, gelbem Haar und blauem Lidschatten vor einem hellblauen Hintergrund.

Das Portrait-Bild hat seinen Namen wegen eines tragischen Missverständnisses in Warhols Atelier im Jahr 1964. Damals hatte die Künstlerin Dorothy Podber gefragt, ob sie Warhols Bilder "schießen" dürfe.

Andy Warhol

Andy Warhol verstand, dass sie Fotos schießen wolle. Stattdessen zog Podber einen Revolver und schoss mit echten Kugeln auf vier Bilder der Serie und Warhol musste mitansehen, wie auf seine Bilder geschossen wurde. So wurde auch Marylin Monroe von Podber erschossen. Die Spuren des Vorfalls sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Samstag, 21. Februar 2026

Vor 10 Jahren: Hieronymus Bosch-Ausstellung in s'Hertogenbosch


Hieronymus Bosch war ein phantastischer Maler der Spätgotik und frühen Renaissance. Seine Werke sind Ausdruck der Groteske und des Absurden. Gegenstand seiner Malerei sind die Hölle und das Infernalische - eine Malerei zwischen Himmel und Hölle. Er hat ein bis heute faszinierendes und nachwirkendes Gesamtwerk hinterlassen, das sich in der Interpretation jeder einfachen Deutung entzieht.

Die Malerei der Spätgotik und frühen Renaissance fand eher Gefallen am Realismus und der Anmut, Bosch hingegen ließ eine groteske Höllenbrut auf den Betrachter los: abscheuliche Hybridwesen aus Mensch und Tier, bucklige Dämonen, Kreaturen mit Vogelleibern und Brillen, seltsame Baummenschen und andere bizarre Gestalten, für die Bosch, wie man heute weiß, kaum auf Vorbilder aus der Mythologie hatte zurückgreifen können.

Sie alle werden losgelassen auf Menschen, die freudlose Orgien in einer Albtraumkulisse feiern. Und doch war Bosch zu seiner Zeit ein angesehener Künstler und hatte Bewunderer in höchsten Kreisen. Philipp der Schöne etwa oder Margarete von Parma, Regentin der Niederlande, waren offenkundig von dieser einzigartigen Bildwelt fasziniert. Seine Gemälde wurden schließlich so häufig kopiert und imitiert, dass die Zahl der Kopien die der Werke, die Bosch tatsächlich zuzuordnen sind, um ein Vielfaches übersteigt.

Im niederländischen sHertogenbosch lebte und arbeitete der Künstler – dort wird nun, 510 Jahre nach seinem Todestag, die bisher größte und wichtigste Ausstellung im Noordbrabants Museum im niederländischen 's-Hertogenbosch präsentiert. Gleich zu Beginn des 500. Todesjahres wartet die niederländische Stadt s'Hertogenbosch mit einer Sonderausstellugn auf. Die niederländische Stadt s'Hertogenbosch kann sich 500 Jahre nach dem Tod ihres berühmten Sohns über eine spektakuläre Ausstellung freuen. Keines der dort gezeigten Werke - es geht um 20 Gemälde und 19 Zeichnungen - hängt normalerweise in 's-Hertogenbosch, sondern in den berühmtesten Museen der Welt, darunter der Prado, das Kunsthistorische Museum in Wien, der Louvre und das Metropolitan Museum of Art.

Die Werke des Hieronymus Bosch sind bevölkert von seltsamen Wesen, von fantastischen Höllenkreaturen - halb Mensch, halb Tier - von paradiesischen Nackten. Vor 510 Jahren starb er in den Niederlanden. Nun kehren zahlreiche Bosch-Werke zu einer Sonderausstellung an ihren Entstehungsort s'Hertogenbosch zurück. Es ist die bisher größte, spektakulärste Bosch-Ausstellung aller Zeiten. "Hieronymus Bosch - Visionen eines Genies" im "Het Noordbrabants Museum" in 's-Hertogenbosch vor zehn Jahren vom 13. Februar bis zum 08. Mai 2016.

Samstag, 15. November 2025

Vor 10 Jahren: »Welten der Romantik«-Ausstellung in der Albertina

Lebensstufen Casar David Friedrich

Vor 10 Jahren fand in der Albertina Wien die Ausstellung »Welten der Romantik« statt. Für die Dauer der Ausstellung war Wien wieder die Hauptstadt der Romantik.

Romantik-Ausstellungen in Museen stoßen immer auf großes Interesse und lassen die Besucher dankbar und wie von selbst in die Museen strömen. Die Romantik fasziniert das Publikum nach wie vor mit ihren traumvergessenen Sujets: den Schluchten und Ruinen, luziden Minen und extrem schlanken Architektur. Doch „Welten der Romantik“ will nicht überwältigen, sondern ist didaktisch aufgebaut. Mit dem Mittel der Bilder zeigt sie, auf wie vielen thematisch auseinanderdriftenden Flüssen die künstlerische Strömung durch das 19. Jahrhundert führt.

Der reinen Vernunft traute man nicht länger. Lieber begrüßte man Geister wie den Erlkönig und andere Sagengestalten. Und Gespenster, wie sie zum Auftakt in der Albertina Goyas „Caprichos“ verkörpern. Zusammen mit seinem „Koloss“ von 1810, der lange als Werk des spanischen Meisters galt, nun aber seiner Werkstatt zugeschrieben wird. Ein Gemälde, in dem der Krieg als Riese durch die Landschaften poltert und sie verwüstet.
In Wien, einem der Geburtsorte dieser bedeutenden Strömung, zeigt die Albertina in Wien in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste eine Ausstellung mit rund 160 Werken ihrer wichtigsten Vertreter.

Wie konfessionell das alles geprägt war, gehört zu den Erkenntnissen der Ausstellung, obwohl es nicht im Vordergrund steht.

Doch sie zeigt die Differenzen in den 160 Zeichnungen, Stichen und Gemälden von Peter Cornelius, Friedrich Overbeck, Franz Pforr, Friedrich Wilhelm Schadow oder Karl Friedrich Schinkel. Einiges stammt aus dem Wiener Kupferstichkabinett, das für das Projekt eng mit der Albertina kooperierte. Anderes kommt aus dem Städel in Frankfurt, der Hamburger Kunsthalle oder der bayerischen Gemäldesammlung – von überall also, wo der romantische Gedanke festsaß.



Wie konfessionell das alles geprägt war, gehört zu den Erkenntnissen der Ausstellung, obwohl es nicht im Vordergrund steht. Die katholische Romantik erschließt sich über den Lukasbund. In Wien waren junge Maler unzufrieden mit der akademischen Lehre, die sie Athleten der Antike zeichnen ließ. Eine Gruppe um Friedrich Overbeck und Franz Pforr scherte aus und vollzog 1809 die erste Abspaltung. Eine Sezession mit Blick zurück, bloß nicht so weit wie ihre Lehrer.
An die Stelle der Griechen trat das Mittelalter mit seinen Mythen, der behaupteten Einheit von Mensch und Natur und seiner religiösen Transzendenz. Auch die Frührenaissance akzeptierte der Lukasbund, dessen Mitglieder zwar überwiegend protestantisch waren. Mit dem Umzug in ein leer stehendes Kloster im Norden Roms konvertieren jedoch viele von ihnen, die Haare trugen sie nun lang „alla nazarena“, und die männlichen Akte ihrer Bilder durften zart und empfindsam sein.

Mit einer pointierten Gegenüberstellung der nordischen protestantischen und katholischen Bewegung sowie dem Fokus auf den Beitrag Wiens und Österreichs illustrieren die Welten der Romantik die romantische Suche nach dem Transzendenten in Mensch und Natur.

Samstag, 11. Oktober 2025

Vor 10 Jahren: »Picasso.Mania«-Ausstellung in Paris

»Picasso.Mania«-Ausstellung

Das Pariser »Grand Palais« wartete vor 10 Jahren mit einer großen Picasso-Ausstellung auf, die das Werk und seine Wirkung auf andere Künstler umfassend würdigt. Unter dem Titel »Picasso.Mania« stehen etwa 100 Arbeiten von Picasso (1881-1973) mehr als 300 Werke zeitgenössischer Künstler gegenüber - darunter Arbeiten von Jeff Koons, Paul McCarthy, Roy Lichtenstein, Georg Baselitz, Sigmar Polke oder Adel Abdessemed.

Pablo Picasso

Pablo Picasso gilt als Superstar des 20. Jahrhunderts. Kaum ein anderer Maler, Bildhauer und Grafiker hat so sehr die Gegenwartskunst beeinflusst wie der spanische Meister des Kubismus. Warum das so ist, will das Pariser Grand Palaisin einer großen Schau bis zum 29. Februar 2016 illustrieren. Auch andere große Künstler ließen sich davon inspirieren. Picassos Begeisterung für El Greco hat deutliche Spuren in seinen Werken hinterlassen. Ihre Werke kann man neben Picassos Bildern im Grand Palais in Paris anschauen.

»Picasso.Mania«-Ausstellung

»Ganz gleich ob seine Kunst gefällt oder nicht - man komme nicht an ihm vorbei«, sagte Picasso-Enkelin Diana Widmaier-Picasso. Es sei beeindruckend zu sehen, wie sehr seine Bildsprache die Größten der Gegenwartskunst beeinflusst habe. Erst vor wenigen Monaten hat eine Ausstellung in Hamburg mit rund 200 Werken von 87 internationalen Künstlern und Künstlerinnen die Affinität zum Mitbegründer des Kubismus illustriert.



Warum gerade Picasso? - »Er hat in über 60 Jahren mehrere Malstile durchlaufen und hervorgebracht«, erläuterte die Co-Kuratorin Emilie Bouvard. Picasso, der sein erstes Bild als 14-Jähriger schuf, malte noch mit 90 Jahren. Fachleute schätzen sein Gesamtwerk auf mehr als 50.000 Arbeiten.

»Picasso.Mania«-Ausstellung

Die 1907 entstandenen Gemälde »Demoiselles d'Avignon« und »Guernica« aus dem Jahr 1937 gehören zu Picassos Hauptwerken. Leider sind die Chefs-d'oeuvre in der Pariser Rezeptions-Schau nicht zu sehen, mit deren Motive und Formensprache die Künstler überwiegend spielen.

Picasso diente den Gegenwartskünstlern nicht immer als Modell. »Zwischen den 60er- und 80er Jahren wurde er von vielen abgelehnt und musste der Bewunderung für Marcel Duchamp weichen«, klärt Bouvard auf. Erst mit Picassos 100. Geburtstag im Jahr 1981 habe sich das Blatt gewendet. David Hockney, Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat hätten damals zu seiner Verherrlichung beigetragen.

Weblink:

Große Schau „Picasso.Mania” in Paris - www.fnp.de

Samstag, 4. Oktober 2025

»Riesengebirge« von Caspar David Friedrich

Riesengebirge Caspar David Friedrich


»Riesengebirge« von Caspar David Friedrich, entstanden um 1830 bis 1835 ist ein typisches Landschaftsbild der Romantik.

1810 hatte Friedrich mit seinem Freund Kersting eine Wanderung durch das Riesengebirge unternommen und zahlreiche Skizzen angefertigt, die ihm spöter bis ins Alter als Vorlagen dienten. Vermutlich ist auf dem Gemälde der Blick vom Koppenplan nach Südwesten zum Ziegenrücken dargestellt.

Das Gemälde zeigt einen perspektivischen Blick aus den Niederungen vom Rand in das Gebirge hinein. Die sanften Abstufungen der Hügel bilden eine Muldenform, die sich am Himmel in den übereinanderliegenden Wolkenschichten spiegelt. Erde und Himmel scheinen in dieser Ellipse zu verschmelzen, deren Zentrum eine in zartes Violett getauchte Bergkette in der Ferne bildet.

Im Vordergrund, sich kaum von der umgebenden Natur abhebend, sitzt auf einer Anhöhe ein Hirt oder Wanderer, dessen Blick sich in der Weite der Bergwelt verliert.

Frühromantisches Denken und Religiosität fließen in diesem Landschaftsbild zusammen, das die innere Zerrissenheit des aufgeklärten Menschen anspricht, der sich angesichts der Erhabenheit der Natur und des ewigen Zyklus’ der Sonne seiner Einsamkeit bewußt wird und doch in andächtiger Betrachtung eins zu werden sucht mit dem Kosmos.

Samstag, 13. September 2025

»Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge«von Jan Vermeer

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge

Jan Vermeer, Das Mädchen mit dem Perlenohrring,
Detail, 1665, Öl/Lw, 39 x 44.5 cm,
Mauritshius, Den Haag


Das populärste Bild von Jan Vermeer ist das um 1665 entstandene Porträt »Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge«.

Das abgebildete Mädchen ist aus unmittelbarer Nähe und ohne erzählerische Attribute dargestellt, was dieses Bildnis von den anderen Werken Vermeers deutlich abhebt.

Es ist nicht bekannt, wer die Abgebildete ist. Es könnte sich um ein Modell handeln, vielleicht war das Bild aber auch eine Auftragsarbeit.

Für das Stirnband wählte der Maler die überaus kostbare Farbe Lapislazuli, die im Mittelalter mit Gold aufgewogen wurde.

Pieter Bruegels d. Ä. Gemälde

Pieter Bruegels d. Ä.



Pieter Bruegels d. Ä. - genannt »Bauernbruegel« - war ein Maler der Niederländischen Renaissance. Bruegel führte die flämische Landschaftsmalerei des 16. Jahrhunderts auf ihren Höhepunkt, begründete das niederländische Bauerngenre und schuf zahlreiche allegorische Werke, die sich auf Sprichwörter, Volkskultur und humanistische Kultur beziehen.

Bruegel: Die Hand des Meisters

Pieter Bruegel der Ältere revolutionierte die Landschafts- und Genremalerei und ist für den Reichtum seiner Bilderwelt sowie seine scharfsinnige Beobachtungsgabe der menschlichen Spezies bekannt.

Bruegels Bildsprache ist äußerst komplex, jedes kleine Detail seiner Werke ist beabsichtigt und meist ein Bedeutungsträger. Symbole von Tod und Verderben, von Sünde, etwa in der Stichfolge Die Todsünden, aber auch von Lebensfreude und Tugenden – vgl. die Stichfolge Die Tugenden, Die Kinderspiele – ziehen sich durch sein gesamtes Œuvre und wollen entdeckt und bedacht werden.

In Pieter Bruegels d. Ä. Werken gibt es viele Details zu entdecken. Oft vermittelt uns der Künstler damit radikale Botschaften. Manchmal sind es grausame Details, so wie in dieser wohl düstersten Komposition Bruegels: »Der Triumph des Todes«.

Weblinks:

  • Weiher mit Angler und Mühleum 1554
  • Bären im Waldum 1554
  • Ripa Grande in Romum 1555/56
  • Die Versuchung des Hl. AntoniusUm 1556
  • Jedermann (Elck)Um 1558
  • Die Hasenjagd1560
  • Der Hafen von NeapelUm 1563?
  • Zwei angekettete Affen1562
  • Der Triumph des Todesvermutlich nach 1562
  • Dulle Griet1563
  • Der Turmbau zu Babel1563
  • Die Anbetung der Könige im Schnee1563
  • Die Anbetung der Könige1564
  • Die Kreuztragung Christi1564
  • Der düstere Tag1565
  • Heimkehr der Herde1565
  • Die Jäger im Schneespan class="small">1565
  • BauernhochzeitUm 1567
  • BauerntanzUm 1568
  • Die ImkerUm 1568
  • Der Vogeldieb1568
  • Die Heuernte1565
  • Maler und KennerUm 1566

Samstag, 16. August 2025

»Der Blaue Reiter«

Kandinsky, Marc Der Blaue Reiter

Vor dem Ersten Weltkrieg - zwischen 1908 und 1914 - machte sich im liberalen kulturellen Klima Münchens eine internationale Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern daran, die Kunst grundlegend zu reformieren. Ihr Ziel war die Befreiung der Farbe vom Zwang, etwas darstellen zu müssen, die Befreiung der Linie von der Kontur und die der Fläche von der Illusion der Gegenständlichkeit. Es sollte nicht mehr um die Abbildung der sichtbaren Wirklichkeit gehen, sondern um die Verbildlichung geistiger Inhalte: ein Wendepunkt in der abendländischen Kunstauffassung, der Generationen von Malern prägte – bis heute.

Der »Blaue Reiter« war eine Künstlergruppe, die 1912 in München gegründet wurde und als Begründer des Expressionismus gilt. Sie wandten sich von der Kunst des 19. Jahrhunderts ab und stellten auch Themen dar, die sonst “verboten” waren. Sie wollten die Meschen aufrütteln. Ihre Zielsetzung war etwas in der Kunst zu verändern. Ein weiteres Ziel war die Bildung eines einheitlichen Gruppenstils. Merkmale: Kontrastreiche Farben, vereinfachte Formen, Verzicht auf Details und kantige Formen.

Der »Blaue Reiter« (1912) war eine Vereinigung von Wassily Kandinksky und Franz Marc. Sie waren keine Künstlergruppe, jedoch ordneten sie sich ebenfalls dem Expressionismus zu. Sie wollten allerdings nicht eine feste Richtung propagieren, sonder nwollten die Vielfalt der Kunstausdrücke in einem redaktionellen Kontext bündeln.

Die führenden Köpfe waren Wassily Kandinsky und Franz Marc, die sich Anfang des Jahres 1911 kennenlernten. Beide Künstler waren Revolutionäre, die, teilweise heftigen Anfeindungen ausgesetzt, unbeirrt ihre Ideen verfolgten. Kandinskys legendäre Bilder, die seinen Weg in die Abstraktion markieren, sind ebenso zu erleben wie die pantheistischen Tierdarstellungen Franz Marcs. Weitere Künstlerpersönlichkeiten, die mit Kandinsky und Marc in Verbindung standen und von denen Werke in der Ausstellung gezeigt werden, sind unter anderen Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und August Macke.

»Der Blaue Reiter«, der zum Synonym für den Aufbruch in künstlerisches Neuland geworden ist, war ursprünglich der Titel des legendären Almanachs, einer Publikation, die Kandinsky und Marc 1912 herausgaben. In ihr wurden Texte und Bilder von verschiedenen Künstlern aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen versammelt. Der Almanach war keine Programmschrift im engeren Sinn; allein die Zusammenstellung heterogener Werke der europäischen wie auch der aussereuropäischen Kunst, von sogenannter hoher Kunst und Volkskunst, war Programm genug. Kandinsky und Marc waren davon überzeugt, dass nicht formale Faktoren massgeblich seien, sondern der Inhalt. Da sich Form und Stil unablässig ändern, ist für das Kunstschaffen die »innere Notwendigkeit« das alles entscheidende Kriterium.

Kandinsky, Kirchner, Klee, aber auch Marc, Nolde, Schmidt-Rottluff – nur wenige andere Künstler sind von so großer Bedeutung für die Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland. Sie gehörten mit ihren Künstlerfreund:innen den beiden wichtigsten Künstlergruppen der frühen Moderne an: »Brücke« und »Blauer Reiter«.

Weblink:

https://www.museumsfernsehen.de/kandinsky-marc-der-blaue-reiter-kurator-ulf-kuester-zu-den-hoehepunkten-der-ausstellung/ Kandinsky, Marc & Der Blaue Reiter

»Die Wahl zwischen Tugend und Laster« von Frans Francken


Mankind's Eternal Dilemma – The Choice Between Virtue and Vice. (1633)
Frans Francken the Younger (1581–1642)
Museum of Fine Arts, Boston.

Frans Francken II (Antwerpen 1581–1642). Der Mensch, der sich zwischen Tugenden und Lastern entscheiden muss, signiert und datiert unten links: Do ffranck fecit. Ao 1635 (vermutlich eher als 1633) Öl auf Holz (der große Bildträger aus mehreren Holztafeln ist absolut plan, er trägt einen Kreidegrund und einen Leimanstrich und weist Reste von zwei Siegeln auf), 142 x 210,8 cm, gerahmt

Villa „Silberblick“ in Weimar

Das Nietzsche-Archiv in Weimar

In der Villa „Silberblick“ verbrachte der kranke Friedrich Nietzsche, gepflegt von seiner Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche, die letzten Lebensjahre. Nach seinem Tod ließ sie das Gebäude, besonders die Archivräume, von Henry van de Velde umgestalten: Innenarchitektur und Ausstattung zählen zu den gelungensten Schöpfungen des belgischen Architekten und Designers.

Der Rundgang umfasst die von Henry van de Velde gestalteten Erdgeschossräume: das ehemalige Speisezimmer, den Bibliotheks- und Vortragsraum sowie das Arbeitszimmer für Archivare. Das Raumensemble ist als Gesamtkunstwerk fast vollständig erhalten. Van de Velde entwarf das komplette Interieur: nicht nur die hölzernen Einbauten und Bodenbeläge, sondern neben den Möbelstücken mitsamt Stoffbezügen auch den Flügel, die Öfen, Lampen und dekorativen Vasen.

Im Mittelpunkt der Präsentation steht der Bibliotheksraum mit der von Max Klinger geschaffenen Nietzsche-Herme aus Marmor und der von van de Velde entworfenen Inneneinrichtung. Im ehemaligen Speisezimmer dokumentiert eine Ausstellung die widerspruchsvolle Geschichte des Hauses und dessen Rolle im Nietzsche-Kult des Nationalsozialismus. Heute finden hier auch Veranstaltungen des Kollegs Friedrich Nietzsche statt, das seit 1999 seinen Sitz im ersten Obergeschoss der Villa hat.


Weblink:

- www.klassik-stiftung.de

Samstag, 9. August 2025

Die Gemäldesammlung des Louvre (E)

Louvre in Paris

Der Louvre ist das erste öffentliche Museum Frankreichs.

Die Gemäldesammlung des Louvre in Paris umfasst ? Gemälde.

Louvre in Paris



Offizielles Louvre-Portal:

Louvre-Museum - www.louvre.fr

Blog-Artikel:

Louvre erstes öffentliches Museum